Samstag, 7. Januar 2017

Geld muss dienen

In der Januarausgabe der Zeitschrift "Erziehungskunst" erschien unter dem Titel "Geld muss dienen" ein Beitrag von mir zur Vorstellung der "Europäischen Kreditinitiative".

Geld muss dienen

Die Europäische Kreditinitiative setzt neue Impulse.


»Sollen unsere Fähigkeiten immer nur dem Geld dahin folgen müssen, wo es eine Profiterwartung gibt? Oder sollte das Geld nicht vielmehr unseren Fähigkeiten folgen, um sie in Freiheit füreinander fruchtbar machen zu können?« – Das fragen die Initiatoren der Europäischen Kreditinitiative. Bis 2019 sollen eine Million Unterschriften für eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) zusammengekommen sein.

Der Vorschlag der Europäischen Kreditinitiative sieht vor, die Satzung der Europäischen Zentralbank – ein Bestandteil der EU-Verträge – um einen Artikel zu ergänzen: Unternehmen, die zur Erfüllung von Gemeinwohlaufgaben auf Profit verzichten und ihre Überschüsse und Defizite untereinander ausgleichen, soll ein Finanzierungsstrom durch zinsfreie Kredite erschlossen werden. So könnten unternehmerische Initiativen ihren Impulsen jenseits des Profitzwangs folgen.

Es sind viele Aufgaben zu lösen, für die es heute keine oder eine nur unzureichende Finanzierung gibt – im sozialen Bereich, in der Kultur, in der Ökologie, der Medizin, bei Bildung und Forschung oder überall dort, wo aufgrund weltweiter Verwerfungen durch Krieg und Armut humanitäre Lösungen gefunden werden müssen. All das wäre aus der heutigen, von Industrialisierung, Arbeitsteilung und Digitalisierung geprägten Wirtschaft leistbar und könnte mit freiem Unternehmergeist ergriffen werden. Die Wirtschaft könnte all die Kräfte freisetzen, die hierfür nötig sind, die aber noch in Machtverhältnissen und Zwängen feststecken. Es fehlt ein dienendes Geld- und Bankwesen.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Europa – Zeitenschicksal und Kulturaufgabe

Die Europäische Kreditinitiative im Gespräch mit Michaela Glöckler 

23./24. September 2016
Wangen und Achberg

Projektvorstellung und Vortrag:  


Die Europäische Kreditinitiative will Impulse für unser Wirtschafts- und Geldwesen setzten, durch die das herrschende Profitprinzip überwunden werden kann. Es wird eine Europäische Bürgerinitiative zur Gesundung der Kreditschöpfung vorbereitet: sollen unsere Fähigkeiten dem Geld immer nur dahin folgen müssen, wo sie eine Profiterwartung gibt? Oder soll das Geld nicht vielmehr unseren Fähigkeiten folgen? Dorthin, wo sie wirklich gebraucht werden und wo wir sie in Freiheit füreinander fruchtbar machen wollen? Es betrifft dies auch die Frage, wie es mit Europa weitergehen kann. Wie kann Europa zu sich selbst finden?

Donnerstag, 29. September 2016

Selbstbestimmung/Für alle/Von allen

Am 16. September 2016 fand im Impact Hub eine Veranstaltung der Europäischen Kreditinitiative statt.

Daniel Häni und Daniel Schily diskutierten zur Frage: "Bedingungsloses Grundeinkommen und bedingungsloses Interesse". Moderation: PULS 4 Info-Chefin Corinna Milborn



„Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?“ – das ist laut Guinness Records die „größte Frage der Welt“, die Daniel Häni und seine MitstreiterInnen in ihrer Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz weltweit stellen: „Jeder Mensch hat bereits ein Einkommen und einen Teil des Einkommens braucht er unbedingt. Die Idee ist, diesen Teil des Einkommens, den er unbedingt braucht, bedingungslos zu gewähren.“

Montag, 16. Mai 2016

Kredit und Credo

Unter dem Titel "Kredit und Credo – Vom Glauben der Berge versetzen kann" habe ich am 5. April 2016 in Bochum – in der Johanneskirche der Christengemeinschaft – einen Vortrag zur Vorstellung der Europäischen Kreditinitiative gehalten.

Der Vortrag ist jetzt zum Nachhören und -sehen auf YouTube abrufbar:


Einige Fragmente aus dem Gespräch im Anschluss an den Vortrag, die auch die Frage zu der Analogie von Religion und Wirtschaft betrafen, sind ››› hier zu finden.

››› pdf der Ankündigung

Sonntag, 6. März 2016

Der soziale Organismus – Eine aphoristische Betrachtung

In der kommenden Ausgabe des "Wegweisers Anthroposophie" soll der 2. Teil meiner aphoristischen Betrachtung zum sozialen Organismus erscheinen. Hier vorab auf meinem Blog. Der erste Teil ist ›››hier zu finden.

Teil 2: Elemente und Gesetzmäßigkeiten des sozialen Organismus und seiner Glieder 


Tafel von Wilfried Heidt, Achberg 2002
Im ersten Teil der Betrachtung sollte der soziale Organismus in seiner integriert-ganzheitlichen und kommunikativ-vernetzten Gestalt dargestellt werden. Es wurde gezeigt, wie aus den Kräften des modernen Wirtschaftslebens das Soziale überhaupt erst als Organismus hervortreten konnte; mehr noch, wie der soziale Organismus dem globalen Wirtschaftsorganismus gleichkommt: „Die ganze Erde, als Wirtschaftsorganismus gedacht, ist der soziale Organismus.“[1]

Es wurde das Geistesleben betrachtet, wie es in diesem Wirtschaftsgeschehen den sozialen Organismus aufbaut und durchpulst und es wurde auf das Rechtsleben geblickt, wie es in den Staaten für bestimmte, historisch gewachsene Gebiete den Rahmen für das soziale Leben schafft und schützt.

Auch die dreifache Gestalt des Geldes wurde dem Rechtsleben zugeordnet: Im Verpflichten der Fähigkeiten durch den Kredit. Im Berechtigen zum Konsum durch das Einkommen. Und zuletzt im Entscheiden über die ausgleichende Verwendung des Geldes, das zur Tilgung der Kredite zurückfließt und hier Überschüsse und Unterschüsse auszubalancieren hat.

Dienstag, 1. März 2016

Globale Solidarität

Die Europa 2019 Broschüre
"Der europäische Weg der Wirtschaft und des Geldes. Für eine zeitgemäße Geld- und Unternehmensordnung als erster Schritt zu globaler Solidarität."

So lautet der Title der Europa 2019 Info-Broschüre, mit der ein Anfang gemacht wurde in der Vorbereitung einer Europäischen Bürgerinitiative.

Wichtige Aspekte der ungelösten sozialen Frage sollen damit in die Aufmerksamkeit gebracht werden.

In den nächsten Wochen wird dann deutlicher die Kampagne dieser Bürgerinitiative, die "Europäische Kreditinitiative" aus diesem Anfang hervortreten.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Samstag, 28. November 2015

Der soziale Organismus – Eine aphoristische Betrachtung

In der letzten Ausgabe des "Wegweisers Anthroposophie" in diesem Jahr ist der 1. Teil einer aphoristischen Betrachtung zum sozialen Organismus erschienen. Das Heft kann ››› hier abgerufen werden. Der zweite Teil folgt im nächsten Jahr.

Teil 1: Was macht den sozialen Organismus zu einem Organismus und wie wirken seine Glieder ineinander? 


Der Sozialwissenschaft ist es nicht um den einzelnen Menschen zu tun. Das „Atom des sozialen Zusammenlebens“ ist nicht der einzelne Mensch, es ist die Begegnung zwischen Menschen, das abwechselnde Sich-Hineinversetzen des Ichs eines Menschen in das Ich eines anderen und das Wieder-Geltendmachen der eigenen Persönlichkeit, ein „Vibrieren zwischen dem Einschlafen in dem anderen und Aufwachen in uns selbst“. Das ist das „Urelement“, das auch allen „komplizierten Gebilden des sozialen Lebens“ zugrunde liegt“(1). Als „Urphänomen der Sozialwissenschaft“(2) bildet es den einen Pol der Betrachtung. Worin finden wir den anderen?

„Die ganze Erde, als Wirtschaftsorganismus gedacht, ist der soziale Organismus.“(3)

Was hier ausgesprochen ist, mag der üblichen Vorstellung eines Anthroposophen widersprechen – der soziale Organismus ist doch ein dreigliedriges „Etwas“ mit einem Geistesleben, einem Rechtsleben, einem Wirtschaftsleben – die Wirtschaft also nur eines von dreien. Und doch sagt Rudolf Steiner hier: Der soziale Organismus entspricht dem globalen Wirtschaftsorganismus. Wie kann man dies auffassen?

Freitag, 23. Oktober 2015

Sterntaler und Brücke


Bei der Auftaktkonferenz der Europa 2019 Credit Initiative im August fand sich auch Gelegenheit, auf die Bildmotive einzugehen, wie sie auf der Titelseite der Broschüre "Der europäische Weg der Wirtschaft und des Geldes" oder auf der Webseite des Projektes zu finden sind: Das Sterntaltermädchen und die Brücke. 

Diese beiden Bildelemente sind der Gestaltung zweiter Banknoten entnommen. Auf den Euroscheinen findet man vom 5er bis zum 500er neben Toren und Fenstern auch stilisierte Brückenmotive aus den verschiedenen Jahrhunderten (s. Wikipedia). Die 500-Euro-Note ziert eine moderne Pylonbrücke und weist damit ins 21. Jahrhundert.

Das Europa 2019 Projekt will mit einem zeitgemäßen Geldbegriff auch die Brücke schlagen, in die Zukunft einer modernen assoziativen Wirtschaft!